Regattapremiere mit dem Störtebeker

Am vergangenen Wochenende stand die erste Regatta auf dem neuen Schiff an. Trotz der aktuellen Corona Lage fand die Kiel-Travemünde Regatta am ersten Oktoberwochenende statt, auch wenn sie aufgrund der Wetterlage gekürzt und auf Sonntag verschoben wurde.

Am Mittwochabend reiste der erste Teil der Crew an und brachte die Regattasegel zum Schiff. Kaum aufgestanden am Donnerstag ging es auch schon los. Ein neues Fall mit neuen Bullets für das Regattagroß wurde gespleißt, alle Segel gelattet und gelegt. Und viele weitere kleinere Arbeiten erledigt.

Da sich der Platz unter Deck bekanntlich in Grenzen hält, haben wir relativ schnell unsere Outdoor-Küche mit Buffetfunktion aufgebaut und immer draußen gekocht. Jedoch litt die Kulinarik darunter nicht. Im Laufe der Tage stand Grillen, Wraps und Hühner-Frikassee auf dem Speiseplan. Nicht nur wir, sondern auch die umliegenden Möwen fanden den Speiseplan gut. Immer wieder wurden unsere Möwen-Verscheuch-Künste getestet und nach kurzer Zeit hatten sich besondere Talente in der Crew gefunden. Einmal nicht hingeschaut, hat es eine Möwe allerdings geschafft uns eine Banane samt Schale von der Pier zu klauen und an einem Stück zu verspeisen. Da blieb sogar für die besonders talentierten unter uns keine Zeit zum Verjagen.

Freitags ging es das erste Mal mit den heiß ersehnten Regattasegeln aufs Wasser. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Anpassen der Länge der Reffleinen, kam noch ein kurzer Schlag zum Testen der Segel zustande. Getestet wurden die G 2,5 zusammen mit dem GS und danach der FRO. Bei bis zu 27 Knoten Wind auch beim Kreuzen eine relativ schnelle Angelegenheit. Wie erwartet, zeigte sich uns ein ganz neues Schiff. Das unter Delivery–Segeln schon als schnell befundene Schiff, fuhr richtig los und lies sich auch auf der Kreuz ohne Ruderdruck perfekt steuern.

Als wir im Hafen ankamen, erfuhren wir, dass aufgrund des aufziehenden Starkwindes die Regatta aus Verantwortungsgründen auf Sonntag verschoben wird. Da es sich um eine Nachwuchsregatta handelt, sollte die Verantwortung von den Jungskippern genommen werden und eine Alternative am Sonntag stattfinden. Geplant war eine Strecke von Kiel nach Kiel, entlang verschiedener Fahrwassertonnen bis kurz vor Aero und zurück.

Wir nutzten den neu freigewordenen Samstag um den Mast ein wenig abzudichten und die Spleiße am Fall noch einmal auf die richtige Länge zu korrigieren und ließen den freien Tag bei Böen bis 45 Knoten entspannt an Bord ausklingen.

Sonntagmorgen um 08 Uhr verließen wir den Hafen bei traumhaftem Sonnenschein, 12-17 Knoten Wind und hoch motiviert. Die von Hauke gut zusammengestellte Crew hatte sich schon beim Training ganz gut auf ihren Positionen eingefunden und während wir der BroVie und den Bremern beim Start zuschauten, bereiteten sich alle auf den Start vor. Dieses Jahr fand der Start das erste Mal als Kängurustart statt. Jedes Boot hat seine eigene Startzeit erhalten, damit theoretisch alle gleichzeitig im Ziel ankommen. Um Punkt 09:23 Uhr und 24 Sekunden kreuzten wir die Startlinie und die erste Regatta auf dem Störtebeker bei Traumbedingungen war gestartet. Das Schiff segelte sich super unter Gennaker bei bis zu 17 Knoten Fahrt Richtung Aero und schon bald hatten wir sowohl die Crew von Bernhard als auch die Bank von Bremen direkt neben uns. Während wir die Fahrwassertonne vor Aero umrundeten und wir uns wieder Richtung Südosten aufmachten, frischte der Wind ein wenig auf und wir hatten eine lange Kreuz mit bis zu 25 Knoten Wind vor uns. Aber auch das lief ohne größere Zwischenfällte gut ab und schon um 14:15 Uhr konnten wir die Ziellinie vor Schilksee sehen und kurz darauf die Regatta erfolgreich abschließen. Gesegelt sind wir als erstes Schiff im Ziel angekommen und berechnet zweiter geworden. Gratulation an Josie, die verdient das Rennen gewonnen hat!

Zurück im Hafen haben wir alle Segel wieder entlattet, die gefurlten Segel wieder entfurlt und alle Segel verstaut und das Schiff gründlich gespült und ausgeräumt. Der Störtebeker hat die erste, wenn auch kurze, Saison im Verein hervorragend abgeschlossen und ist bereit für das Winterlager. Wir freuen uns auf die kommende Saison mit mehr Regatten, tollen Kite-Sessions und jede Menge Lernerfolgen auf dem Störtebeker.

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