Die Kinder des Columbus, die Söhne Magellans sind wieder auf See

Die ersten 48 Stunden waren schnell

Nach zwei Wochen Cruising sind nun wieder die Meilenfresser unterwegs. Unter Begleitung von Delphinen legten wir die ersten Meilen in der Magellanstraße zurück. Und nach der notwendigen Kalibrierung des Autopiloten ging es dann endlich Richtung Antlantik. Die schnell wechselnden

Windbedingungen machten es uns nicht leicht, die beiden Engstellen der Magellanstraße (Segunda Angostura und Primera Angostura) in einem Rutsch zu passieren. Doch Dank der Dieselfock am Ende kein Problem. Auf den ersten Meilen wurde auch der Wachplan festgelegt, welcher nun das Bordleben bestimmt. Von uns sieben rotieren sechs in einem dreistündigen Rhythmus von Wache, Freiwache und Stand-By. Dabei sind immer zwei gleichzeitig an Deck. Wachpärchen gibt es keine, denn die Wachzeiten beginnen 1,5 Stunden versetzt. Dadurch bleibt das Know How an Deck und die Übergaben laufen ohne große Bewegungen unter und auf Deck ab. Chriggel als Skipper, Navigator und Mädchen für alles ist wachfrei und hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Bei herrrlichem Spätersommerwetter (Herbstanfang) servierte Vincent uns pünktlich zum Sonnenuntergang das Abendessen, während unser achtes Crewmitglied, der Autopilot uns sicher durch die Welle steuerte. Alle waren sich einig, das Chickencurry mit Reis, Ananas, Paprika und caramellisierten Mandeln und Cashewnüssen war spitze. Gegen Mitternacht dann endlich die offene See. Kurs Nordost und 7 Windstärken von hinten bescheren uns eine schnelle Reise. Gute 200 Meilen in den ersten 24 Stunden. Montagvormittag bekam die argentinische Bürokratie ihre letzte Chance

hinsichtlich der Falklands. Leider nichts Neues und so entschieden wir uns, zügig weiter Richtung Norden zu segeln. Nächstes Ziel ist Mar del Plata. Die voraussichtliche Ankunftszeit ist Freitagabend. Windstärke 7-8 hielt noch bis zum Nachmittag an und wir genossen das Surfen auf den riesigen Wellen. Ab Mittag wurde unsere Performance durch einen Rochen beeinträchtigt. Denn dieser hatte sich entschieden, an unserem Kielschaft festzumachen. Aufgrund des starken Seegangs konnten wir erst am späten Nachmittag unter Maschine rückwärtsfahren und so den blinden Passagier abschütteln. An das neue Bordleben haben sich alle schnell gewöhnt und die Wachablösungen laufen routiniert ab. Und so sehen wir uns alle erst zum Abendessen wieder. Und erneut gilt Vincent der Dank, der uns einen tollen Hacktopf mit Reis und crispy Beacon gezaubert hat. Noch ein kurzer Moment des Kraftschöpfens bei aufgehendem Vollmond und gleichzeitig im Meer versinkender Sonne. Anschließend setzte der frische Wind, diesmal aus West bis Nordwest, ein und

bescherte uns wieder eine schnelle Reise durch die Nacht. Unter zweitem Reff und Genua 5 kamen wir bei Windstärke 6-7 sehr gut voran. Die Strapazen der Nacht sind allen anzusehen. Da hilft nur eins, gutes Essen. Und so gab es zum Mittag Wraps mit Thunfischsalat. Und für heute Abend steht Currywurst auf dem Speiseplan. Noch gut 640 Meilen bis Mar del Plata.

Von Bord grüßen Chriggel, David, Jan, Johannes, Jonas, Vincent und René

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Kommentare

Henrik Schon erstaunlich wieviel Meter auch mit reduzierter Mannschaftsstärke machbar ist (Pares lässt grüßen). Weiterhin viel Spaß, Glück, Wind und Meer! (24. March 2016, 08:03)

Carsten Krage Hallo Chriggel, danke für den tollen Bericht von Bord. Wir liegen mit unser KYC-Yacht Arndt gerade in Ibiza und laufen morgen früh nach Valencia aus. Unser Wetter ist definitiv wärmer als bei Euch, und zum Glück haben wir auch etwas weniger Wind. Wir wünschen Euch noch einen sicheren Törn nach Mar del Plata! VG Carsten (24. March 2016, 16:03)

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