Bericht Nr. 4:

4. April 2013, Position: 23°´21´ N; 58°45` W, Bordzeit 04:00 Uhr (UTC - 4) Heimatzeit 10:00 Uhr (UTC + 2), TWS 10kn, SOG 8,5, COG 40°

Beim Eingeben der Ortsdaten wird der geneigte Leser feststellen, dass wir
zwar bei gleichen Winden wie zum letzten Reisebericht und im Übrigen
gleicher Geschwindigkeit doch eine nur recht übersichtlich Zahl an Meilen
zurückgelegt haben. Die Antwort ist nicht etwa ein spontaner Entschluss der
Crew, zurück in die Karibik zu segeln, weil es dort doch gar so schön war,
um dann vom schlechten Gewissen oder den Gedanken an die Lieben daheim doch wieder umzudrehen, sondern - der erfahrene Seemann an Land hat es sich längst gedacht - uns ist einfach der Wind untreu geworden. Zwischenzeitlich waren wir nur noch mit 6kn Fahrt unterwegs. Das erklärt, warum wir heute Morgen mit gut 400 sm noch etwas hinter unserem "Soll" von 200 sm täglich liegen.

Der strahlende Sonnenschein und die gute Laune an Bord haben uns die Zeit
nicht langweilig werden lassen. Fliegende Fische, Salzwasserduschen mit
gegenseitigen Einseifungen und Abreibungen (am Heck, auf dem Vordeck waren
die Deckshairs schon alle von übereifrigen Touristen besetzt worden, die
morgens die Plätze mit ihren Handtüchern reserviert hatten), exzellente
Speiseabfolgen und die eine oder andere notwendige Bastelei an der
Bordtechnik waren viel spannender, als hart erkämpfte Etmale. Die stehen
erst auf der Tagesordnung, wenn wir den Wind in ein oder zwei Tagen aus
südlichen bzw. westlichen Richtungen bekommen sollten, was wir uns allerdings aufgrund der Wettervorhersage gut vorstellen können.

Irgendwann mußten wir mal ein wenig Wasser aus dem Schiff schöpfen, da sich
ein Salzwasserpumpenschlauch trotz regelmäßiger Kontrolle gelöst hatte und
etwas Wasser durch den  Schlauch in die Bilge getröpfelt war.. Auch  die
Auseinandersetzung mit dem bordeigenen Bussystem (nicht der Linien-Bus für
die Personenbeförderung vom Achter- auf das Vordeck, sondern der für den
Datentransport zwischen zentraler Steuerungseinheit und dezentraler
Verteilerstruktur) hat alle ein wenig schlauer werden lassen. Sind ja auch
ein Ausbildungsschiff....

Heute Nacht hatten wir den ersten Sichtkontakt zu einem grob in unsere
Richtung laufenden anderen Segelschiff. Die ca. 15 m lange SY Malaika hält
allerdings einen stärker nördlichen Kurs und segelt auch nicht ganz so
schnell wie unsere Hamburg. Unser Kurs orientiert sich aktuell grob entlang
des Großkreises. Eine ursprüngliche Fahrt direkt nördlich in Richtung 30.
Breitengrad haben wir aufgrund der Windentwicklung nun in einen direkten
Kurs ändern können. Das ist deshalb sehr angenehm, weil uns ein sonst
notwendiger Umweg von einigen hundert Meilen aktuell erspart bleibt. Mal
sehen, ob die Rechnung so bleibt. Aktuell ist die Planung auf der Rückseite
eines Hochs mit den aktuellen südöstlichen Winden die Drehung auf südliche
Winde zu nutzen, um dann zwischen eben diesem Hoch und einem nördlich
liegenden Tief mit Winden aus dann südwestlichen Richtungen auf Brest
abzusetzen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Eure Atlantik-Crew

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