Bericht Nr. 3

3. April 2013, Position: 20°´59´ N; 60°02` W, Bordzeit 06:00 Uhr (UTC - 4) Heimatzeit 12:00 Uhr (UTC + 2), TWS 10kn, SOG 8,5, COG 10°

Die Haspa bewegt sich in seichter Fahrt bei leichten Winden und kleiner
Welle nahezu gemütlich in den Tag. Begleitet von der Sonne haben wir das die
letzten 2 Tage im 2. Reff gefahrene Groß wieder auf volle Größe gehisst. Es
ist ein wenig Ruhe eingekehrt, die gerne von der Crew zum Durchatmen
genutzt wird.
Warum soll es nur großartige Kompositionen in der Musik geben, die mit einem
Paukenschlag beginnen. Hinter Schiff und Crew liegt die erste Rauschefahrt,
bei der wir nach eineinhalb Tagen und fast 300 sm im Kielwasser einen guten
Schlag in Richtung Heimat hinter uns bringen konnten. Winde um 20 bis
25 kn TWS ließen unsere SY Hamburg unter reduziertem Groß und Genoa 3,5 in
der Spitze mit 13,9 kn, überwiegend zwischen 10 bis 12,5 kn, durchs Wasser
ziehen.
Der eine oder andere hätte sich den Beginn seiner Segelsaison - denn für die
meisten ist es die erste Fahrt im neuen Jahr - etwas rücksichtsvoller
gewünscht. Aber Rasmus hatte kein Einsehen mit uns, sondern fand seine
Freude darin, uns gleich zum Tanz mit ihm und den ihn unterstützenden
Atlantikwellen aufzufordern. Und wie jedes Tanzfest - mag er sich gesagt
haben - soll es mal nicht mit einem langsamen, sondern gleich mit einem
Wiener Walzer losgehen. Dass davon auch dem einen oder anderen in der Crew
schwindlig oder schlecht werden kann, ist nicht wirklich vorzuwerfen. Also
gab es ein paar, die anfangs lieber neben der Tanzfläche standen (bzw. in
der Koje lagen).
Doch heute, so am Beginn des dritten Tages, sind allen wieder ihre Seebeine
gewachsen und die Routine gewinnt die Oberhand über das sich sortierende
Taschen-, Klamotten- und Schotendurcheinander.
Eine gute Gelegenheit, ein wenig von den zurückliegenden Tagen der
Vorbereitung auf die Reise zu berichten.
Am Ostersonntag kam der zweite Teil der Crew (Jens, Marvin, Davina, Jule,
Lasse und Achim) am frühen Nachmittag in Antigua an.
Dem Flug war eine kurze Nacht am Frankfurter Flughafen vorangegangen. Da die Zubringerflüge ausgebucht waren, hatten wir uns mit dem letzten Zug von
Hamburg nach Frankfurt bringen lassen, um dort direkt am Flughafen die
restliche Nacht zu verbringen. Wer es nicht glaubt, es gibt tatsächlich eine
Homepage, auf der nachgelesen werden kann, wo der geneigte Reisende am
besten sein Haupt am Flughafen niederlegen kann, ohne ein Hotel buchen zu
müssen und welche der am Flugafen vorhandenen Kiosks und Restaurants
durchgehend geöffnet haben. Frankfurt liegt immerhin auf Rang fünf der
Weltrangliste. (www. sleepinginairports.net). Da finden sich dann Tipps wie
z.B. Auto mieten und in der Garage schlafen oder Post it auf die Stirn mit
der Weckzeit kleben und darauf vertrauen, dass ein unbeteiligter
Mitreisender auf dem zum Leben erweckten Flughafen zu gegebener Zeit als
Weckdienst tätig wird.
An Schlaf war für uns allerdings erst im Flugzeug zu denken, da der Rest der
Nacht damit verbracht wurde, Taschen, Handgepäck und die 30 (!!) kg
Süssigkeiten, die es in der Karibik nicht gibt, für die Crew aber
exestenziell wichtig sind, so auf die einzelnen Seesäcke, Hand- und
Jackentaschen zu verteilen, dass alles regelkonform mit ins Flugzeug
genommen werden konnte.
In Antigua empfing uns direkt am Flughafen landeseigene Livemusik und in
English Habour eine gutglaunte zweite Crewhälfte um Jan, Lorenz, Holger,
Torben und Felix, exzellente 29° bei strahlendem Sonnenschein und eine
Kokosmilch mit Rum, die wir von Jan vorbereitet mit Strohalm direkt aus der
Kokosnuss herausschlürfen durften. Damit waren auch beim letzten die
Restbilder von Schnee aus Deutschlands Norden weggetaut. Willkommen im
Süden.
Die Crew vor Ort hatte schon großartige Vorarbeit für die Reise geleistet.
Sogar der Einkauf war zum weitestgehendsten Teil erledigt. Trotzdem war
klar, dass wir noch einiges an Vorbereitungen vor uns hatten. Aber planmäßig
mittags zum 1. April liefen wir für einen Probeschlag aus und testeten das
Schiff
unter Segelbedingungen, bevor nach letzter Dusche und Essen an Land alle
notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen waren und wir um 23:00 ausgelaufen
konnten.
Wenn ich die See seh, brauch ich noch mehr Meer....
Mehr "Hamburgensien" im nächsten Bericht.
Ahoj, eure Sejchlä
Davina, Jule, Jens, Jan, Torben, Lorenz, Felix, Holger, Lasse, Marvin, Achim

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