Haspa Hamburg safe in Rio

Alle Mann von Bord - und nun?

Was machen unsere Schiffe? Nun, bei der „Broader View Hamburg“ ist es einfach: wie alle anderen Boote an der Küste liegt sie in der Winterlagerhalle in Kiel, ist nahezu einsatzbereit und

wartet auf die Aufhebung der Einschränkungen des social distancing. 

Hier nun der Situationsbericht der letzten Tage aus Brasilien von der „Haspa Hamburg“.  Nach zwei wunderbaren Törns zu Costa Verde / Ilha Grande war ja der Crewwechsel in Rio ab Mittwoch, 18.03. geplant. Entsprechend frühzeitig kamen wir am Donnerstag, 12.03. wieder zurück nach Rio (wie berichtet). Aber wo bleiben - und dann mit 3,5 m Tiefgang? Zum Glück hatte sich Pedro schon erkundigt und uns eine Mooring beim Iate Clube Brasileiro in Niterói gegenüber von Rio de Janeiro avisiert. Dazu muss man wissen, dass diese Mooring extra für die „Haspa Hamburg“ installiert wurde, bei unserem Besuch zu den Olympischen Spielen 2016.

Wir haben also nicht einen Koffer in Berlin, sondern eine Mooring in Niterói. Bislang war Corona weit weg - in den Meldungen kamen zwar immer unglaublichere Nachrichten, aber in Brasilien gab es kaum Fälle. Während des Karnevals in Rio zogen viele mit Coronakostümen durch die Straßen. Beliebt waren auch Coronakronen auf dem Kopf: wir verkleiden uns als Virus!

Stutzig wurden wir am Freitagmorgen, es war der 13. Der Lufthansaflug unserer Crew am Abend zurück war gecancelt! Es gab jedoch noch Alternativen und für Sonnabend konnte die Crew feste Zusagen erhalten.

Am Sonnabendmorgen kam dann die Nachricht: die Folgecrew kann nicht mehr kommen - „Haspa Hamburg“ bleibt allein in Rio! Am nächsten Tag sind wir also nur noch zu zweit an Bord. Jetzt gibt es viel zu tun: kann die „Haspa Hamburg“ hier bleiben? Wer kümmert sich während unserer Abwesenheit? Was muss an Bord alles vorbereitet werden?

Wieder helfen die Kontakte des HVS: Daniel ist schon 2016 mal auf der Haspa mitgesegelt und ist bereit nach dem Rechten zu sehen. Wir weisen ihn ein, und er organisiert einen Taucher, der die Mooring kontrolliert. An Bord werden Fallen, Streckleinen und Sonnensegel demontiert, die Wassertanks entleert, Lebensmittel entfernt und verschenkt, und schließlich auch Schlauchboot und Außenborder verstaut. 

Am Dienstag wird auch unser Rückflug storniert, nach vergeblichen Internetbuchungen hilft eine Fahrt zum Rio Airport: am nächsten Abend, 18.03., können wir ausreisen. Und dann, auch am Mittwoch, fällt der Hammer: der Club schließt - nix geht mehr. Alle kleinen Boote sind an Land - alles zu. Daniel holt uns mit einem uralten lecken Holzkahn ab und wir müssen uns von der „Haspa Hamburg“ verabschieden.

Aber sie ist in guten Händen, die Mooringleinen sind verdoppelt und die Bucht bietet ganz guten Schutz. Daniel schaut regelmäßig persönlich vorbei, siehe Foto von gestern, am 02. April. Hoffentlich können wir bald wieder hin!

Schrieb uns Jochen Lührs, Danke dafür!

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