Wie man sich auch in der Ferne zuhause fühlen kann

oder: was hat dies Alles bitteschön mit Pinneberg zu tun?

Auf See  34:39,145 S  054:00,926 W

Raumer Wind, um 10 kts und flaches Wasser in Küstennähe. Die Nacht hindurch wurden die Freiwachen auf sanfte Weise in den Schlaf geschaukelt. Bei sternenklarem Himmel konnten die Wachgänger ihre Fähigkeiten im Freihändigfahren bei optimal ausgetrimmtem Schiff üben. Eine schöne Segelnacht auf der anderen Seite der Weltkugel geht zuende.

Trotzdem sind die engen Bezüge zur norddeutschen Heimat unverkennbar. Backbord voraus nähern wir uns dem „Cabo Polonio“ an der Küste Uruguays. 

Dem bürgerlichen Leser, zumal wenn er im südwestlichen Holstein zuhause ist, kommt da natürlich sofort das beliebte Mittelklassehotel gleichen Namens in  Nachbarschaft der Kreissberufsschule nahe der Autobahnauffahrt „Pinneberg Mitte“ in den Sinn. Die stimmungsvollen Treffen des örtlichen Rotaryclubs, oder regelmässig stattfindende Versammlungen des CDU Wirtschaftsrates Schleswig- Holstein (Sektion Pinneberg) bzw. der Kreisgeschäftsstelle der zu beratenden parlamentarischen Gruppierung, sind vielen sicherlich vorteilhaft in Erinnerung (zumindest was die Gastronomie anbetrifft).

Namengebend für das gastliche Haus war seinerzeit ein recht luxuriöser Passagierdampfer der HAPAG Lloyd, durchaus eines der Schmuckstücke deutscher Seefahrt zur heute ach so fernen Kaiserzeit (übrigens: den HVS gab es damals auch schon). Das stolze Schiff wurde nach würdiger Beendigung seiner Dienstzeit auf der vielbefahrenen Nordatlantikroute dann doch einmal ausser Dienst gestellt und, welch hässlich es Wort, abgewrackt.

Der damalige Eigentümer des Pinneberger Hotels neben der Kreisberufsschule nahe der Autobahn hatte eine zündende Idee Flair und Standing des Hotels gezielt aufzuwerten: der findige Gastwirt erwarb die komplette Inneneinrichtung des hübschen Salons des abzuwrackenden Fahrzeuges, und baute ihn in sein Hotel ein. Bis heute kann man daher im Restaurant „ROLINCK“ des Hotel Cap Polonio in Pinneberg noch einen Hauch der gediegenen Atmosphäre vergangener Luxuslinerzeiten bei bodenständiger Holsteiner Kost erheischen.

Seinerseits Namensgebend für das HAPAG Passagierschiff war das „Cabo Polonio“ an der Südostküste Uruguays, welches wir gleich passieren werden.

Zwei weitere Gegebenheiten lassen uns in Gedanken nahe der Heimat sein: just haben wir auf Backbord den Ort „La Paloma“ hinter uns gelassen, der uns allen sofort den unvergesslichen Hans Albers und seinen erfolgreichen Gassenhauer ins Gedächnis (und als Ohrwurm ins Gehör) bringt. Der Hamburger Jung konnte singen!

Zweitens erinnert die Küstenlinie mit flachen Dünen an Holland oder Jütland von der Nordsee aus betrachtet. Leider erinnern aktuell auch die hier noch vorherrschenden recht frischen Temperaturen an das heimatliche Fahrtgebiet der HASPA Hamburg. Schön, dass das Schiff eine Heizung hat, und wir sie auch benutzen können.

Beste Grüße in die Heimat von der gut gelaunten HASPA Hamburg Crew

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