Ist das nur die Müdigkeit in den Gesichtern oder liegt es an den Köstlichkeiten?

Vorbereitungen für das Bermuda Hamburg Race

Unsere Crew nimmt Fahrt auf in der Planung und Vorbereitung für DAS Seglereignis im Juli. Die Transatlatnik Regatta von Bermuda in unsere Heimat.

Wir bereiten uns für eine Regatta vor. Nicht irgendeine Regatta. Es geht über den großen Teich. Genauer gesagt geht es um ein Rennen von der Inselgruppe Bermuda nach Hamburg.

Manch einer könnte sich fragen, was es da vorzubereiten gäbe. Das Boot wird ja schließlich vor Ort sein, oder? Flug Tickets buchen, die sieben Sachen packen und ab geht’s über den Atlantik.

Nein, so einfach ist das Ganze dann doch nicht. Fangen wir mal mit der Verpflegung an. Wir sind 12 Personen an Bord. 12 Personen auf einem ca. 17 Meter langen Schiff. Schon rechnerisch ist da nicht viel Platz.

Die Crew will natürlich mit Nahrung versorgt werden. Nehmen wir gerundet 3200 Seemeilen für diese Strecke an. Bei einem Schnitt von 8 Knoten sind das 192 Seemeilen pro Tag. Macht dann ca. 17 Tage auf See.

In diese Rechnung muss man ein wenig Puffer miteinbeziehen und zwar für nicht vorhersehbare Ereignisse, für die man eben ein wenig länger brauchen könnte, als 17 Tage. Sei es das Wetter, welches nicht so ganz will, wie der Navigator des Segelbootes, oder die Technik, die streikt und einen zum Reagieren zwingt. Aufgrund des mangelnden Platzes an Bord muss die Nahrung angepasst werden. 12 hungrige Mäuler über 17 tage zu versorgen, da würde so manche/r Hausfrau/-mann, wir wollen ja Gendergerecht sein, sich weigern den Kochlöffel zu schwingen.

Wir kommen zu der Erkenntnis, dass es keine Sterneküche mit mehreren Gängen an Bord geben wird, weil zum Einen einfach kein Platz für Zutaten da ist und zum Anderen wir ja auch schließlich eine Regatta segeln und der ambitionierte Sportler gerne hier und da ein wenig Gewicht einsparen möchte.

Die Lösung ist also das gute alte Freeze Dried Food, so gefriergetrocknetes Zeugs in Tüten, das man mit Wasser vermengt und dann eine essbare Substanz vor sich liegen hat. Wiegt wenig, nimmt wenig Platz weg, ist auch bei schlechtem Wetter schnell zubereitet und gehaltvoll,  will aber auch gut ausgewählt sein! Denn bei solch Essen kann einem bei schlechter Wahl auch schnell der Appetit vergehen. Wir dachten uns, diese Problematik zu umgehen, in dem wir vorher mal probieren. Und zwar im Trockenen. Denn was am Esstisch schon schmeckt, so unserer Theorie, ist auf See erst so richtig gut. Wir haben uns Angebote von diversen Herstellern eingeholt, weil der Preis für unsere junge Crew durchaus eine Rolle spielt. Während des letzten Crewtreffens fand die Probeverkostung statt. Jedes Crewmitglied konnte eine individuelle Auswahl an Gerichten für die gesamte Reise treffen. Im Endeffekt hat jeder ein eigenes Behältnis, in dem den individuellen Geschmäckern Sorge getragen wird, um maximales kulinarisches Wohlbefinden zu ermöglichen. Selbstverständlich werden auch Nudeln und andere, einfache Gerichte vorhanden sein. Außerdem wird es Snacks, Tütensuppen für kalte Nächte, reichlich Kaffee, Porridge zum Frühstück und etwas für die Süßen geben. Vor lauter Essen vergisst man schnell an Wasser zu denken. Das ist nicht nur ein Problem in der Planung, sondern auch an Bord. Generell nehmen wir Segler zu wenig Flüssigkeit während der Ausübung unserer Tätigkeiten an Bord zu uns. 3 Liter pro Person, pro Tag sollten es laut Experten schon sein, und bei großer Anstrengung eigentlich auch mehr.

Wieder kommt der mangelnde Platz ins Spiel, denn wenn wir hier wieder rechnen wollten, würde da wieder eine Menge zusammenkommen. Es ist also unmöglich abgepacktes Wasser in dieser Menge mitzunehmen. Deswegen ist unser Wassermacher unser Ein und Alles. Wem das umgewandelte Salzwassser zu künstlich schmeckt, der kann sich mit verschiedenen Additiven den Geschmack individuell verändern. Wasser braucht man auch nicht nur zum Trinken. Die Zähne wollen genauso, wie das schmutzige Geschirr geputzt werden und das eigenartige Tütenessen geht auch nur mit Süßwasser runter.

Ich hoffe wir konnten einen kleinen Überblick verschaffen über das Thema Verpflegung. Wenn ihr Fragen habt, stellt diese einfach in den Kommentaren und wir versuchen darauf einzugehen.

 

Viele Grüße von Bord wünschen Euch

Fabian, Henrike, Vincent, Tobias, Jonas, Ole, Rickmer, Jan, Till, Niklas, Jakob und David  

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Kommentare

Max Test (01. Juni 2018, 09:06)

"Normally, we cross the Atlantic..."

Seit September 2017 segelt der HVS wieder eine Reise über den Nordatlantik - sowohl für die Haspa Hamburg, als auch für die BROADER VIEW HAMBURG ist es die jeweils 4. und 5. Atlantiküberquerung. Zum ersten Mal segeln die beiden Schiffe allerdings gegeneinander über den Atlantik! Das im Rahmen der "Atlantik Anniversary Regatta" des NRV initiierte Projekt führt die Crews durch die Biskaya zu den Kanarischen Inseln, von dort in die Karibik und weiter gen Norden, bevor es im Juli 2018 von Bermuda nach Hamburg ins Ziel geht.

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