Haspa Hamburg arbeitet sich in Richtung Äquator

Neben dem Tropischen Klima halten die nicht zu verachtende Pirateriegefahr und nachgebendes Material die Haspa-Crew auf Trapp

Während wir uns stetig in Richtung Äquator vorschieben, just in diesem Moment auch unter Gennaker, wollen wir euch ein wenig an den Ereignissen der letzten Stunden teilhaben lassen.

Gestern tagsüber zügiges Halbwindsegeln unter JibTop bei 15-22kn Wind. An Deck und insbesondere am Ruder Segeln erster Sahne. Vor allem weil wir zum ersten Mal nicht mehr ganz so hoch am Wind weinger durch die Welle stampfen. Nahrungsaufnahme, Schlaf und alles wandere was man tagsüber so zu gedenken tut(putzen!) gestalten sich weiterhin nach inzwischen 7 Tagen als echt mühsam. Es steht eine nicht unerherbliche Welle, sodass man unter Deck hin und her "geschleudert" wird, es sei denn man liegt in der Koje oder klammert sich irgendwo fest. Die Seebeine scheinen noch nicht voll ausgewachsen zu sein. Selbst Freezedried aus der Tüte essen gestaltet sich als aufwendig.

Langsam steigen auch die Temperaturen, was auf der früh nass segelnden Haspa für einen interessanten Mikrokosmos unter Deck sorgt, der auch nicht unbedingt Schlaf-förderlich ist.

Wegen der relativen Nähe zum Land, der nicht ganz zu verachtenden Pirateriegefahr vor Brasiliens Küste und einer nicht zuzuordnenden Lichterscheinung beschließen wir wenig später weite Teile der Nacht unbeleuchtet und ohne AIS zu fahren. Sicherheit vor Kollisionen bietet nun das ständig besetzte Radar und ein verstärkter Ausguck.

Die Anspannung durch diese Maßnahmen sind der gesamten Crew deutlich anzumerken und sind das absolute Gegenteil zu dem sonst so entspannten Segeln am Tage.

Wenige Stunden später unterbricht ein heftiiger Knall das monotone Rauschen und Rumpeln des Schiffes. All Hands ist gefragt, der Fehler findet sich dann recht schnell. Eine Umlenkrolle des Falls für die JibTop ist gebrochen und das Segel hängt lustlos und ohne Spannung im Vorliek am Mast. Wir tauschen auf die G4, entfernen scharfe Kanten der Blocküberbleibsel und fahren mit leicht verminderter Geschwindigkeit durch die Nacht.

Wir freuen uns auf den Vorzeichenwechel auf dem GPS, welchen wir am Samstagmorgen Hamburger Zeit erwarten.

Viele grüße von Bord der Haspa!

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Kommentare

Annette Hallo an die Crew der Haspa! Na hoffentlich wird bei dem Geschleudere eine ausreichende Nahrungsaufnahme möglich!Wie ist die Stimmung an Bord? Nun verliert ihr die Nähe zum Festland. Was verändert sich dadurch? Liebe Grüße und alles Gute für die weitere Strecke!! (03. September 2016, 00:09)

Anke Hallo an die Crew der Haspa aus dem verregneten Osnabrück. Vielen Dank für euer Äquator-Crewbild. Nach euren Berichten musstet ihr schon auf die unterschiedlichsten Situationen reagieren und wir Daheimgebliebenen können nur erahnen, wie schwierig oder auch nervig das eine oder andere war. Das Bild zeigt euch aber als aufgelockertes Team. Das ist super. Der Abstand zu den Bremern hat sich auch wieder verkürzt. Weiter so. Liebe Grüße und ein gutes Durchkommen durch die Doldrums. Wir freuen uns auf euch! (04. September 2016, 17:09)

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