Happy Birthday

Die Isles des Saints sind eine unbeschreiblich schöne Gruppe einer Handvoll Inseln zwischen Dominica und Guadeloupe. Von den Hurricanes sind sie erstaunlicherweise komplett verschont geblieben. Zwischen den Inseln ankern Segler und Kreuzfahrtschiffe -unter anderem die Sea Cloud 2- und schiffen fortlaufend uralte, schwer übergewichtige Menschen an Land. Ich bin entsetzt, die werden sie doch hier nicht zum Sterben aussetzen? Der Skipper beruhigt mich, so sähe der typische amerikanische Kreuzfahrttourist aus und ja- sie nehmen die auch wieder mit.

Wir ankern vor der größten Insel, der Terre-de-Haut. Leider funktioniert der Elektro Aussenborder immer noch nicht, weswegen es gilt gegen den Wind an Land zu rudern. Das kleine Örtchen mit seinen bunten Häusern, Bars und Shops ist entzückend. Die Touris verteilen sich recht unauffällig, wenn sie uns nicht gerade mit gemieteten Elektro Cars über die Füsse fahren. Immerhin funktioniert hier die Elektromobilität- Neid. Insel erkunden, herrlich zu Abend essen, ein Karibiktag wie im Bilderbuch.

Für den nächsten Tag haben wir ein Date mit Pascale auf Guadeloupe. Er ist Torquedo Dealer des Vertrauens und soll nun endlich den Außenborder fixen- Karibik ohne Schlauchboot mit Außenborder ist nur die halbe Miete. In den Hafen einlaufend entdecken wir die Haspa. Im Hafen angelegt, stolpern alsbald zwei smarte Jugendliche bei uns an Bord. Frederik und Jacob haben die Haspa mit hierher gesegelt und begeben sich nun auf Backpack-Reise, zunächst über die Insel, dann soll es nach Mexiko gehen um zur Carribean 600 wieder zurück zu sein- nicht schlecht. Damit nicht die gesamte Crew während der technischen Pause im Hafen rumoxidieren muss, werden wir kurzerhand auf eine kleine Insel verholt. Idyllisch mit Palmen, Sandstrand und – ein Segen- einer Bar….nun, ein Carib Beer sollte schon wieder schmecken. Pascal hat es derweil nicht hin bekommen, den Jockel zu fixen, irgendwie scheint die Technik noch nicht die ausreichende Reife zu haben- egal. Weiter geht es Richtung Antigua, Silvester steht vor der Türe. Ein traumhafter Schlag bis tief in die Nacht bei nahezu Vollmond…. Wäre da nicht dieser Ohrwurm, der mich seit nunmehr acht Tagen begleitet „Hier ist alles super, hier ist alles toll, denn du bist nicht allein…“ , der Titelsong des Lego Movie- ich könnte ausrasten. Die Auswahl des gratis Inflight Entertainment Programmes bei Condor war derart schmal, dass ich mit tatsächlich diesen Quatsch angeschaut hatte- ein fataler Fehler, wie sich jetzt herausstellt.

Wir schreiben den 31. Dezember 2017, Antigua. Die Broader View liegt in Nelsons Dockyard, dem schönsten Teil des English Harbour mit very britischen Steingebäuden- Bilderbuch. Gitti hat Geburtstag. Unfassbar, was die Ladies für ein vielfältiges Geburtstagsfrühstück nebst Kuchen gezaubert haben. Ganz klammheimlich hat sich Chriggel währenddessen an dem Motor zu schaffen gemacht und eine NMEA 2000 3-polige Brücke gelötet. Und jetzt läuft der Hund wieder, weswegen wir uns gleich auf die erste Spritztour begeben- ohne Notpaddel. Nun, mit so einem Elektromotor geht es voran, auch stinkt er nicht, aber die Wurst reißt der Moppel mit seinen 1 kW nicht vom Brot. Aber Spaß bringt es allemal.

Silvester gehen wir zu Shirley Heights, verkündet die Schiffsführung. Ich habe mich nie groß um die Planung gekümmert, aber wer auch immer das sein mag, sie scheint ja genug Platz für die ganze Crew zu haben. Punkt vier Uhr fährt das Taxi vor, welches uns zum höchsten Punkt der Insel bringt- den Shirley Heights- da wird einiges deutlich. Auf der ehemaligen Wach- und Geschützstellung wurde richtig aufgefahren: Es spielt eine Steeldrum Band mit bestimmt 15 Leuten was das Zeug hält. In der Mitte stehen Grillstände, daneben die obligatorischen Getränkestände und drumherum fröhliche Touris. Jeder knipst, was das Zeug hält, denn der Ausblick von hier oben über den English Harbour ist in der Tat gigantisch. Später spielt noch eine Reggae Band auf, bevor uns das Taxi um neuen Uhr gut angeschickert wieder einsammelt und in Nelsons Dockyard abwirft. Und hier wurde inzwischen richtig aufgefahren: Auf dem Rasen vor der historischen Kulisse stehen gewaltige Lautsprecher nebst DJ- und Getränkeständen- eine geile Party, gefolgt von einem gigantischen Feuerwerk über den Masten der großen Yachten- happy new year, in dem Stil kann es weitergehen. Recht früh verlassen wir am nächsten Morgen noch leicht angeschossen unseren Liegeplatz an der Pier vor der netten kleinen Cocktailbar. Nicht ohne zuvor noch allen zu Hause ein frohes und gesundes Jahr 2018 zu wünschen.

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