Grüße von der Haspa auf dem Weg gen Kiel

Sonntag 11.08.19

 

Ganz nach dem Motto "endlich Platz" verließen wir Plymouth mit seinem Race Village.  Den größten Teil der Fastnet Crew hatten wir von Bord gejagt und mit neuer Verstärkung segelten wir nun zu sechst in Richtung unser heimatlichen Gewässer. Ganz neue Fragestellungen kamen hierbei auf: "Welche 2 Haken willst du für dein Ölzeug zum Trocknen haben?", oder "Wollen wir nicht jeder ein Kompartment besetzten, eine Koje zum Schlafen, die andere als Schrank?". Die jedoch meist gestellte Frage war unumstritten "Wo ist der Rest der Crew?". Neben dem ungeheurem Raumgefühl und dem plötzlich durchgehend ordentlichen Boot, ist wohl der größte Vorteil einer kleinen Crew das wenige Geschirr beim Abwaschen.

 

Unter dickem Nebel ging es nun gemeinsam mit der Latona nach Portland, wo wir das vorhergesagte Tief Abwettern wollten. Mit verschiedenen Spielen vertrieben wir uns die Zeit beim Leichtwind Straßenbahnsegeln. Pünkltlich beim Bill of Portland wurden wir von strömenden Regen mit bis zu 26kn aus unserer Trägheit geweckt. Da es sich am Morgen mit den noch 13 Menschen an Bord schwierig gestaltet hatte früh loszukommen, konnten wir nun die vollen 3kn Strom gegenan mit einer ruppigen, kurzen, aber dafür hohen Welle genießen. Um so größer war die Erleichterung endlich ein paar Grad abzufallen und in den riesigen Vorhafen von Portland einzulaufen.

 

Am nächten Morgen weckte uns dann das Tief mit seinen kreischenden 50kn und wir freuten uns, uns im Bett nochmal umdrehen zu dürfen. Vor uns lagen zwei wundervolle Landtage. Am Freitag beschlossen wir den Leuchtturm von Bill of Portand mal von der Landseite zu erkunden, am Sonntag wurde dann der Ort Weymouth unsicher gemacht inklusive Fort Besichtigung. Die größte Herausforderung dabei war es trockenes Fußes vom Liegeplatz an Land zu kommen. Im Hafen hatte sich eine unglaubliche Welle aufgebaut, die genau an unserem Schwimmsteg brandete. Dabei gab es verschiedene Taktiken. Jan überzeugte mit der Jeans an und durch Taktik am wenigsten. Die meisten setzten auf das volle Ölzeug, welches dann beim Hafenmeister gelagert wurde und am geschicktesten machte es "Klein" Lasse, der den großen Lasse als persönlichen Wellenbrecher benutzte.

 

Am Sonntagmorgen verabschiedeten wir uns mit einem klassischen Englisch Breakfast von der verrückten Insel und machten uns an einige kleine Vorbereitungen wie Wasser tanken und Kraftstoff kaufen.

 

Die Reise Richtung Heimat beginnt mit einem perfekten Ablegemanöver ohne große Schwierigkeiten, daraufhin setzten wir das Großsegel mit einem Reff und die G4 im Vorhafen von Portland. Mit guten 25kt Wind und konstanten 11kt Fahrt rauschten wir die Küste von England entlang in Richtung Isle of  White.

 

Währen die eine Hälfte der Crew das Essen für den Abend vorbereitete, steuerte die andere sicher an den Needles vorbei, ein erster Schritt ist geschafft und das ohne unsere Skipperin die während dessen im Cockpit geschlafen hat. Zu Beginn der Freiwache um 12 leert sich das Schiffsdeck und 3 der 6 Mann starken Crew legten sich schlafen.

 

Im Verlauf der zweiten Wache wurde zum Leidwesen aller erkannt, dass 3 Mann nicht ausreichen, um sicher mit dem A6 die teilweise großen Wellen des Vortages zu surfen.  Nach einer schaukeligen Fahrt mit zu wenig Druck im Boot, wurde Reis aufgesetzt und der Hunger mit leckerem Thai Curry gestillt. In der letzten Wache des Tages wurde die G4 weg genommen und der Sonnenuntergang im Rücken genossen, nach einsetzen der Dunkelheit konnte man Meeresleuchten und Sternschnuppen beobachten.

 

 

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