Europa wir kommen

Annäherung an einen Kontinent

Reisen bildet ja bekanntlich. So haben wir auf den Azoren gelernt, dass diese auf einem Plattenstück der Erdkruste zwischen der europäischen, der afrikanischen und der amerikanischen Platten liegen (daher auch die vielen Vulkane). Insofern sagen wir jetzt einfach, dass wir nach Europa kommen.

Das merkt man auch daran, dass wir den ersten verflogenen Vogel an Bord hatten, das Echolot wird bald wieder etwas anzeigen, wir müssen Seekarten raussuchen und auch die Handys warten auf die vielen ungelesenen Nachrichten.

Das Ankommen, wird uns allerdings windtechnische gerade etwas erschwert, wir kreuzen gegen Ostwind. Wenigstens wird man jetzt nicht mehr von dem ständigen Trimmen der Gennakerschot geweckt...

Und worüber macht man sich sonst noch so Gedanken an Bord?

In den Nachtwachen werden die interessantesten Themen diskutiert. Themen wie "finde ich in der Vorlesung einen Platz" oder "komme ich noch rechtzeitig zum Termin" spielen keine Rolle. Dafür die Fragen: "Wer hat die ganzen Wraps bekommen?" . "Wechseln wir die Segel noch vor Sonnenuntergang?". Oder "jetzt gehe doch endlich mal in die Koje" (Das Gegenteil ist glücklicherweise selten: "Warum kommst du zum Wachwechsel immer zu spät?").

Im Grunde dreht sich das Bordleben um die Themen (schnell) Segeln, Essen und Schlafen. Die Priorität ist abhängig von der Rolle an Bord und persönlichen Vorlieben.

Aber es sind auch andere Dinge zu beobachten. So kommt endlich wieder der Mond zum Vorschein und vielleicht ist es falsch, beim Regattasegeln von Entschleunigung zu sprechen. Aber wir reisen ganz ohne Zeitverschiebung. Bordzeit ist UTC und dann geht die Sonne eben früher auf (und leider auch unter).

Hier noch ein kleines Quiz: was ist Steuerbordwasser?

A: Der Begriff stammt aus den Anfängen des Segelns. Wenn an Steuerbord das Wasser ins Boot lief, sprach man von Steuerbordwasser (heute sagen wir Steuerbordbug)

B: Es ist das Trinkwasser aus dem Steuerbordwassertank, das sich geschmacklich von dem aus dem Backbordtank unterscheidet.

C: Es handelt sich um Rum: Die Rumfässer lagen an Steuerbord, an Backbord die Bierfässer. Wenn die Kapitäne die Rumration freigaben, sprachen sie von Steuerbordwasser.

Die Antworten bitte über die website abgeben. Der Gewinner bekommt einen mit der richtigen Antwort in Verbindung stehenden Preis....

Heute hatten wir übrigens Bergfest.... also wir kommen nicht nur Europa sondern Helgoland tatsächlich näher!

Viele Grüße von Bord wünschen euch

Skipper Erik und Crew Fabian, Henrike, Merret, David, Katrina, Hendrik, Moritz, Wibke und Gerrit

Mehr lesen über: Hamburg Süd Southern Ocean Challenge #hssocRSS Feed

Kommentare

Johannes C., Weil es dann Rum zu gewinnen gibt! (06. Oktober 2016, 07:10)

Eric B. C. Ist das einzige was für mich Sinn macht und der Preis klingt verlockend! :D (06. Oktober 2016, 09:10)

astrid r. C. Beste Kapitäns- Anordnung. :) (06. Oktober 2016, 10:10)

Jan S. B ;) (06. Oktober 2016, 15:10)

J S C! Franzi ist schon auch noch mit an Bord?! (06. Oktober 2016, 22:10)

Likedeeler C - Aber wenn Ihr nach den Regeln der britischen Marine verfahren habt, dann müsstet Ihr beim Kreuzen jetzt aber reichlich Schlagseite nach Backbord haben. Gruß von den Likedeelern, den alten Freibeutern, die müssen es ja wissen: Die Verpflegung an Bord war immer ein wichtiges und nur schwer zu lösendes Problem. Um die Erfüllung der jeweiligen Mission gewährleiten zu können, war der Kapitän eines Schiffes in besonderer Weise für die Gesundheit der Männer (und Frauen!) an Bord verantwortlich. Um die Ermangelung an frischen Lebensmitteln etwas auszugleichen, bekamen die Seefahrer im 17. Jahrhundert jeden Tag 2 „pints“ Bier (1 pint = 284 ml) als Verpflegung. Wenn das Bier nicht ausreichend vorhanden war, oblag es dem Kommandeur dafür Ersatz zu besorgen. Bier war jedoch knapp und schnell verderblich. Nach der Eroberung von Jamaica im Jahr 1655 fand der kommandierende Vize-Admiral große Vorräte an Rum, allerdings kein Bier vor. Somit machte er aus der Not eine Tugend und verabreichte fortan seinen Seeleuten Rum als Ration. Ab da gehörte ein halber Liter Rum zur täglichen Ration eines Seemannes. Der Rum wurde also zum essentiellen Bestandteil der Schiffsverpflegung (Gin war den Offizieren vorbehalten! (Hört, hört Captain und Wachführer!!) Der Rum wurde damals pur ausgegeben, was jedoch zu erheblichen Problemen mit der Disziplin führte.( Ach nee?!) In der Captain´s Order No. 349 (von 1740) wurde deshalb verfügt, dass die tägliche Ration Rum nur noch mit Wasser verdünnt ausgegeben werden durfte. Limetten- oder Zitronensaft und Zucker sollten nach Möglichkeit zugesetzt werden, um die Vitaminzufuhr zu stärken. Für verschiedene Mischungen haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Ausdrücke eingebürgert:Nord - Rum pur, Nordnordwest - 3 Teile Rum – 1 Teil Wasser, Nordwest -1 Teil Rum – 1 Teil Wasser, Westnordwest -1 Teil Rum – 3 Teile Wasser, West - Wasser pur.Für jeden Tag der Woche gab es übrigens einen offiziellen Toast: Monday: Our ships at sea. Tuesday: Our men. Wednesday: Ourselves. Thursday: A bloody war and quick promotion. Friday: A willing soul and sea room. Saturday: Sweethearts and wives, may they never meet. Sunday: Absent friends and those at sea. Na denn man Prost! (07. Oktober 2016, 21:10)

Rampis Das Ruderblatt war nicht Mittschiffs sondern auf der rechten Seite des Schiffes. Dort war dann auch das Steuer angebracht, deswegen auch Steuerbordseite. Die entsprechende Wasserseite hiess dann Steuerbordwasser. ....ich hätt zwar lieber nen Rum, nehm dann aber mal A) (08. Oktober 2016, 22:10)

Bildergalerie

Tracking / Schiffspositionen

Photostrecke