Die Krabbenorgie

„Gib mir das geile dicke Bein, der Kleinkram geht in`n Salat!“

Um weiter Strecke Richtung Magellan Straße zu machen, durften wir gestern (Montag) aus unserer Bucht mit Gletscherblick weiterhin gen Westen auf dem Brazo Nordeste kreuzen. Wunderschöne Gletscher und mit Eis überzogene Berggipfel, deren Schmelzwasser zu riesigen

Wasserfällen zusammenfloss, um dann die steilen Klippen und Bergtäler hinunter zu schießen, versüßten uns das Gestampfe unter Motor und G5. 45 Seemeilen hatten wir vor uns. Kurz vor der Dämmerung waren wir in der Bucht Puerto Engado unter Anker fest. Die Einfahrt in die Bucht erwies sich insofern als anspruchsvoll, als dass vier elektronische, unabhängige Kartensysteme und die Seekarten der Armada de Chile alle unterschiedliche Küstenlinien und Wassertiefen anzeigten. In so einer Situation, die nicht allzu selten vorkommt, sieht man einen Navigator schon mal mit zwei, drei Bildschirmen an Deck spazieren. Nun, es hat ja alles geklappt. Wir wurden winkend von Fischern in der Bucht

begrüßt und mit uns lag noch ein Segler aus Frankreich vor Anker. Sobald wir fest waren, sprangen Alexander, Jonas und David ins Dinghy und tuckerten mit dem leise summenden Elektromotor zu den Fischern. Die drei hatten die Absicht nach frischem Fisch zu fragen, den wir spontan sehr gut in unseren Essensplan hätten einbauen können. Von außen war nicht ersichtlich, dass die Fischer nur auf die berühmten King Crabs spezialisiert waren. Jonas` Spanischkenntnisse überzeugten die Fischer wohl. Sie holten einen Riesenkrebs nach dem Anderen aus ihren Netzen und warfen diese den Jungs im Dinghy zwischen die Beine. Nach sage und schreibe 17 mächtigen King Crabs mussten sie die Fischer unterbrechen, kaum fassend was gerade passiert war. Die Tragfähigkeit des Beibootes schien erschöpft. Jonas fragte, was sie denn dafür haben wollten. Als die Fischer dann nach hartem Alkohol, Milch und Cerealien fragten, wurden die Krebse an Bord der Haspa Hamburg gebracht. Die Fischer wurden mit einer Flasche Gin, drei Litern Milch und vier

Packungen Müsli entlohnt. Der Kilopreis für das ganze Tier mit Panzer liegt in Deutschland bei ca. 120€. Für 17 Tiere war das ein doch sehr fairer Deal – nicht nur für uns, denn die Fischer freuten sich mehr über den Tauschhandel, als wir erwartet hatten.

Als Abendbrot gab es dann natürlich Eiweiß in Massen mit einer fix gezauberten Knoblauch-Zitronen-Mayonaise. Die Pantry und das Inventar der Haspa ist nicht ganz ausgelegt für Krebse-Kochen in

(g)astronomischen Ausmaß, sodass wir bis spät in die Nacht einer Krabbe nach der Anderen das Bad in sprudelnd kochendem Seewasser

gönnten.

Uns geht es also prächtig hier in dieser windigen Gegend.

Liebe Grüße von Bord wünschen Euch Chriggel, Vincent, Torben, René, Davina, Alexander, Helmut, Jan, Jonas und David.

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