Fröhliche Crew

Biertasting an der Copacabana

Und hier vom zweiten Fotografen

Mit der zweiten Runde zur Ilha Grande hat die „Haspa Hamburg“ ihre Fangemeinde schon erweitert. Wir werden immer wieder erkannt und begrüßt. Die neue Crew aus sechs Personen lernt sich dagegen zum Teil erst in Rio kennen. Und wir lernen Pedro kennen:

Pedro hatte sich schon um die „Haspa Hamburg“ gekümmert, als sie zur Olympiade 2016 hier war. Auch in Rio ist Craft Beer hipp und so zeigt Pedro uns seine besten Quellen, an denen wir verschiedene Sorten zapfen können. Auch bei unserer Rückkehr nach Rio steht uns Pedro zwei Wochen später mit Rat und Tat zur Seite und kümmert sich um einen Muringplatz. Mit 3,5m Tiefgang gibt es ausgerechnet in Rio nämlich nur wenige Optionen.

Ein wichtiger Aspekt beim Fahrtensegeln ist der Kontakt zu den locals. Sergio zum Beispiel, den Inka bei einem früheren Brasilienaufenthalt kennengelernt hat. Er betreibt ein Charterschiff, das er selbst restauriert hat und mit dem er Chartertouren auf der Ilha Grande anbietet. Er gibt uns Insidertipps und wichtige Informationen zum Revier. Auch für die Versorgung sind connections der einzige Weg: Gasflaschen werden von Giovanni gefüllt, der mit seinem alten Schlauchboot direkt zum Schiff kommt. Er spricht allerdings ausschließlich brasilianisch, die Kommunikation läuft per Google Translate und WhatsApp.

Oder Christian und Fernanda, die Weltumsegler. Sie wohnen jetzt in Angra, gegenüber von „unserer“ Muring beim Yachtclub Angra dos Reis Marina Clube. Wir können bei ihnen am Steg jederzeit gutes Wasser holen und sie bringen uns mit ihrem schnellen Dinghi zum Zentrum zum Ausklarieren. Auch im Yachtclub bieten uns mehrere Mitglieder ihre Hilfe an. In Paraty kommt Pedro vorbei, er möchte mal die „Haspa Hamburg“ ansehen, und bringt am Abend die Nachtschwärmercrew mit seinem Motorboot ins Zentrum. Am nächsten Morgen kommt er nochmal vorbei mit seiner kleinen Tochter - und mit frischem Brot. Auch auf der wunderschönen Insel Gipoia, dem Sylt der Costa Verde, haben wir einen Kontakt und per Zeichensprache können wir eine private Mooring benutzen, was viele Umstände beim Ankern spart.

Die Segelszene hier ist nicht sooo spannend, aber ein Schiff ist uns schon mehrmals aufgefallen: ein Retroklassiker aus Argentinien, eine zwanzig Meter lange Ketch. Sie haben uns auch schon im Blick, und  es stellt sich heraus, dass es sich ebenfalls um ein Vereinsschiff handelt, mit einem ähnlichen Konzept wie beim HVS. Die HVS-Mitglieder sind alle herzlich beim Club Náutico San Isidro in Buenos Aires, Argentinien eingeladen, zum Segeln oder einfach zum Kennenlernen, hier ist der Link:

http://www.cnsi.org.ar

Der Club Náutico San Isidro würde sich über eine Freundschaft zwischen unseren beiden Vereinen freuen.

Die Tage vergehen immer abwechslungsreich: mal mehr, mal weniger segeln, ein Tag am Strand, ein Tag Landausflug, mal in der Stadt und mal in einsamer Bucht. Das Wetter spielt mit: nach dem Jahrhundertregen in Rio beim Start gibt es keinen weiteren mehr für uns. Der Wind kommt mittags oft von vorn, aber irgendwie haben wir am Nachmittag dann immer doch noch einen schönen Anlieger. Und es gibt viele Gelegenheiten abends zusammen an Bord zu kochen. Die Nudeln aus Südafrika sollten ja auch mal weg...

Mit der Rückkehr nach Rio geht eine tolle Reise zu Ende, mit wunderschönen Buchten und Stränden, leckeren Kaltgetränken und Super-Segeln. Die Crew will sich eigentlich gar nicht trennen. Aber auch an Brasilien geht das Thema Coronavirus nicht vorbei und mit ungläubigem Staunen lesen wir täglich von den internationalen Maßnahmen.

Am letzten Tag müssen noch Flüge gecheckt und z.T. umgebucht werden. Klappt das auch? Kommen wir überhaupt nach Hause?

Die gute Nachricht: die drei ersten Heimflüge nach Deutschland klappen problemlos.

Die schleche Nachricht: die Anschlusscrew wird nicht kommen - die „Haspa Hamburg“ bleibt ohne Crew in Rio, bzw. gegenüber in Niterói.

Und die beruhigende Nachricht: Daniel, der die „Haspa Hamburg“ ebenfalls von 2016 kennt, wird sich fachkundig um unsere „beleza“ kümmern.

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Kommentare

Martin Borkmann Es sollte heißen …, als sie zu den Olympischen Spiele hier war. Ein Olympiade ist ein Zeitraum, zu dem man nicht fahren kann. (30. März 2020, 16:03)

Jochen Lührs Vielen Dank Martin, da hast Du natürlich Recht und ich habe es gerade im nächsten Artikel korrigiert . (31. März 2020, 12:03)

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