Regenbogen im Großen Belt

Alle Facetten der Ostsee

Crew in bester Laune

Nach dem Anlegen in Lohals

Kurz vor Marstal

Von erforschungswürdigen Zusammenhängen und viel Nass

Der Freitagmorgen ist erneut von Missverständnissen bezüglich der Aufsteh- und Ablegezeit geprägt - was rückblickend zur Erheiterung der ganzen Crew beiträgt. Eventuell wäre eine Ablegezeit sinnvoller, als ein Aufstehwecker - die Schönheits- und Frischmachrituale sind schließlich bei jedem Crewmitglied individuell. Jedenfalls zeigt sich der Freitag mit weniger sonnigem Wetter, dafür jedoch mit (fast) konstantem Wind, sodass wir nahezu den ganzen Tag unseren am-Wind-Kurs mit der Großer-Belt-Brücke im Blick wunderbar fahren können. Mit den üblichen Worten „Oh, das wird eng!“ und „Sagmal, passt das eigentlich?“ geht’s drunter durch. Große Teile des Tages ist backbord hellblauer, sonniger Himmel, steuerbords liegen dunkle Wolken. Den ganzen Tag hoffen wir, dass der Wind nicht aussetzt und wir (für ein besseres Tour-feeling) auch vom Regen verschont bleiben. Ab 18 Uhr siegt die steuerbordseite, der Regen setzt ein; erneut bekommen wir Ausläufer eines Gewitters ab, wenn auch nicht so stark wie am Mittwoch. Der Wind frischt auf (yes!) und wir erreichen an der Kreuz unseren Tages-Topspeed von 12 kn. Wieder nahezu den ganzen Tag guter Wind, das Segeln ist erneut super und hat viel Spaß gebracht. Die paar Meilen unter Motor und der Regen zwischendurch tun dem kein Abbruch; wir sind sogar mit einem fantastischen Regenbogen belohnt worden.

Um 20.30 Uhr machen wir vor malerischer Kulisse in Lohals fest, genießen ein Anlegebier und freuen uns über die 60 heute gesegelten Meilen. Mittlerweile ist es auch wieder trocken.

Den Stop auf Samsø legten wir tatsächlich nur für die berühmt berüchtigten „Samsø-Kartoffeln“ ein, die im Sinne des „Bauernfrühstücks“ gegen 23.30 Uhr serviert werden.

Nach dem späten Essen dauert es nicht mehr allzu lange, bis an Bord alle Lichter ausgehen.

Nachdem wir am Samstagmorgen (alle) eine Stunde länger geschlafen haben, werden flott Brötchen geholt und aufgrund des Regens unter Deck gefrühstückt. Ein schneller Blick aufs Wetter zeigt: Keine Eile vonnöten, heute beglückt uns erneut ein Gewitter, das wir einstimmig im Hafen aussitzen wollen. So stehen bis 15.30 Uhr wenig spannende Aufgaben unter Deck an. So wenig spannend, dass aufgrund des Wetters und des drohenden Hafentags, sollte das Wetter nicht besser werden, die Stimmung leicht kippt. Doch schnell wird uns klar, dass wir auf hohem Niveau klagen: Schließlich sind wir Segeln! Um 16.00 Uhr legen wir ab mit Kurs auf Marstal und die Stimmung ist wieder da, wo sie hin gehört. Das Wetter stellt sogleich seine Unberechenbarkeit unter Beweis: Entgegen der Vorhersage segeln wir bei stabilen 26-32 kn konstant unsere 8 kn im zweiten Reff ohne Genua bei raumem Wind. Nach knapp 10 nm wird der Radaddel angeschmissen, durchs Fahrwasser vor Rudkøbing wird motort. Alle sind bei guter Laune, ob bei Arbeiten unter Deck oder an Deck. Zwischendurch wird unter Einbezug der Ereignisse dieser Tour auf hochwissenschaftlichem

Niveau über den Zusammenhang vom Tragen von Ölzeug mit der Regenwahrscheinlichkeit gefachsimpelt. Ergebnis ausstehend.

Um 20 Uhr wird in Marstal fest gemacht, wir nehmen gerade das obligatorische Anlegebier - wieder bei Sonnenschein, langsam glauben wir auch hier an einen Zusammenhang - zu uns. Gleich werden wir uns ein Risotto zubereiten und den letzten Abend unserer ereignisreichen Tour angemessen zelebrieren.

Es grüßen Euch Skipper und Crew der BROADER VIEW HAMBURG

Hackl, Tobi, Josi, Rickmer, Malte, Hauke, Niklas und - Lennart, bist du auch da?

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