1:0 für Deutschland am Rio Grande!!!

Rio Grande do Sul: 34:55.837’ S  054:30.151 W

Am Ende einer nächtlichen Reise von ca. 270 Seemeilen erwartete uns Rio Grande do Sul, das wirtschaftliche Zentrum Südbrasiliens, und der erste Hafen seit Uruguay der der HASPA Hamburg und ihrem Tiefgang gewachsen ist.

Als Arbeitsbeschaffungsmassnahme wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts ein massiver gesicherter Zufahrtskanal in den Atlantik gebaut, nicht ohne vorher die ganze Region über eine extra zu diesem Zweck errichtete Eisenbahnlinie zu erschliessen, um die notwendigen Millionen Tonnen Steine hierher zu bugsieren.

Warum das bitter nötig war, konnte die HASPA Hamburg Crew life und in Farbe erleben: ein mächtiger quersetzender Tiedenstrom kämpft mit einem in den Ansteuerungskanal oder aus ihm herausströmenden Schwall. Das Ergebnis ist ein kapitales Kabbelwasser (siehe Foto, man beachte die grüne Tonne im Hintergrund).

Unser Liegeplatz ist direkt im Yacht Club Rio Grande, einer schönen Anlage nahe der Altstadt. Altstadt in Brasilien bedeutet die Gebäude sind echt alt und in ihrem altersgemässen Zustand gelassen (auf Deutsch: unrenoviert). Da es bei unserer Ankunft geregnet hat, hat sich der herbe Charme dieser Kulisse bisher nur sehr mässig erschliessen lassen.

Bemerkenswert war wieder die tolle Unterstützung durch die Freunde von Hamburg Süd. Sie haben uns die wesentlichen Behördengänge, und das sind zahlreiche, wo sie konnten abgenommen. Lediglich beim Zoll musste der Skipper selbst erscheinen. Zum Glück schaute der zuständige Beamte gerade Fussball (Bayern gegen Atletico, beim Stand von 1:0) und fühlte sich durch meine Anwesenheit an seine Dienstzeit beim Militär erinnert. Das lag übrigens nicht an meinem besonders schneidigen Auftreten, sondern an der Tatsache, dass er mit seiner Marineeinheit in den 80er Jahren mal auf Flottenbesuch in Kiel war, und einen denkbar guten Eindruck von dort mitgebracht hat. Besonder hoch wird uns Deutschen allerdings der Endspielsieg bei der WM gegen Argentinien angerechnet. Das 1:7 verlorene Spiel der Brasilianer gegen die Deutsche Elf ist vergeben und vergessen. Rehabilitiert hat uns ein gewisser Mario Götze, der duch sein Tor in der allerallerletzten Minute verhindert hat, dass die Argentinier im Maracana Stadion in Rio Fussballweltmeister geworden sind.

Aha, dass klingt ein bisschen wie die Rivalität zwischen Deutschland und Holland. Die hat hier im Mercosur allerdings noch einen anderen Haken: die Argentinier behaupten doch glatt, Papst Franziskus wäre Argentinier. Die Brasilianer meinen aber zu wissen, dass die Mutter des derzeitigen Pontifex Italienerin sei, Franziskus bestenfalls mal in  Argentinien amtiert hat Aber zumindest seit er jetzt im Vatikan ist, wird er auch wieder als Italiener gelten müssen. Also 2:1 für Italien vs. Argentinien. Na wer sagt’s denn: Reisen bildet. Darauf wäre ich von selbst gar nicht gekommen.

Im übrigen wurden alle nötigen Stempel erteilt, und die HASPA Hamburg kann jetzt für 90 Tage straffrei in Brasilien bleiben.

Nanu: bis zum 21. August sind es aber über 100 Tage. Das bedeutet, dass eine „glückliche“ Crew in Itajai oder Rio dann rechtszeitig vor dem 30. Juli die Aufenthaltsgenehmigung für die HASPA Hamburg bei den örtlichen Behörden verlängern muss. Das ist offenbar solange kein Problem, wie nicht irgendwo irgendein Deutscher Staatsangehöriger einem Argentinier einen Vorteil verschafft J Woll’n mal die Daumen drücken, dass bis dahin nix nachteiliges in dieser Hinsicht passiert. Holländer mit ihrer argentinischstämmigen angeheirateten Königin hätten es in Brasilien da wohl schwerer.

Jetzt freuen wir uns auf die morgige Segelei mit den Gästen von Hamburg Süd. Dann werden wir dann auch ein paar Bilder von diesem lauschigen Plätzchen im Brasilianischen Süden schicken.

Gute Nacht zusammen,

Hanns und Crew

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