Bordbericht Tag, ja welcher Tag eigentlich…?

"Tight Fight“…..

Wer auch immer in den letzten Stunden einen Blick auf den C2R YelloBrick Tracker geworfen hat weiß, wie eng der Abstand zwischen uns und der Class40 in unserem Nacken ist. Und ja, es ist seit Tagen das erste Schiff überhaupt in Sichtweite. Und ja, noch immer ist sie hinter uns, trotz der leichten Winde, welche für die leichtgewichtige Class40 sicher besser passen als für uns.

Diverse Segelwechsel liegen heute schon hinter uns, die Crew trimmt und steuert hochkonzentriert, wie schon die ganze Reise über. Rigg, laufendes und stehendes Gut werden regelmässig gecheckt, Thore ist nahezu dauerhaft am riggen und spleissen. Es läuft nach Plan.

 

Aber von Vorne: wie sieht unser Tag eigentlich aus?

00.00 morgens, es ist fast stockdunkel kriechen wir durch den Niedergang nach draußen zum Wachwechsel. Über uns ein unbeschreiblicher Sternenhimmel, das Kreuz des Südens über dem Horizont in Lee. Vereinzelte Sternschnuppen verleiten wohl den ein- oder anderen von uns mal einen Wunsch nach hause zu senden? Ganz zart von den Sternen beleuchtet erahnen wir die alte, langgestreckte Dünung die von südwesten hochläuft: Reste eines alten Tiefs in Südargentinien? Wir heben und senken uns zwar sehr langsam auf ihr, aber sie ärgert uns beim Großtrimm.

Kaum zu erkennen in der Dunkelheit sind einzelne Wolken, die doch schon ordentlich Wind mitbringen können. Ihnen widmen wir viel Aufmerksamkeit. Vier Stunden konzentriertes Segeln, die roten Kurs- und Windanzeigen flimmern vor den Augen, wenig Worte, wir kennen uns mittlerweile gut genug. Dann der erlösende Wachwechsel. Wir fallen todmüde in die Koje, die nächsten übernehmen.

Gefühlt wenige Minuten später, die Uhr behauptet allerdings vier Stunden später, werden wir von Anika liebevoll, und mit frischem Brot geweckt! Wahnsinn!

Draußen scheint die Sonne unerbärmlich, fast direkt von oben, leicht nördlich stehend. Auch daran haben wir uns gewöhnt. Dick eingecremt, mit Hut und Gesichtsschutz versehen, treten wir weitere vier Stunden an: A3, Staysail, Full Main, unser Heckwasser glitzert, Champagne sailing!

Eine herrliche Wache! Zwischendurch Bordroutine: Duschen mit Salzwasser auf dem Achterdeck, alle Sektionen kontrollieren und lenzen, Toilette putzen, Mittag vorbereiten. Zwölf Beutel Chicken Tikka stehen bereit, dazu unsere Standardgewürze: Tabasco und PerPeri: damit geht's...

Dann den Rest der Freiwache in der Koje: der Motor lädt, der Wassermacher läuft, draußen unerbittliche Sonne, Schlafen fällt schwer. Das Schiff heizt sich unerträglich auf, alles klebt... Der ein oder andere döst auf dem Segelsack, etwas lesen, dann doch noch eingeschlafen. Um 16.00 UTC dann wieder raus: ein frischer Wind, leichter Schatten durch die Segel, 12 Kn Boatspeed, die Class 40 ca. vier Meilen hinter uns kaum noch erkennbar: es läuft!

Um 19.00 UTC lädt Torben zur Crewbesprechung und einer weiteren Runde freezdried auf‘s Achterdeck: wir werden wir auf das Tief reagieren, das unseren Kurs kreuzt? Das verraten wir morgen, oder übermorgen…!?

 

Gruß an alle daheimgebliebenden und mitfiebernden, wir haben Euch nicht vergessen!

Motto: pushen, pushen, pushen!

Ein herzliches Ahoi, Eure C2R Crew!

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Kommentare

Björn Woge Torben&Crew!!! Go, go, go!!! Denn mehr Speed durch höhere Geschwindigkeit:-), Jetzt seid ihr schon auf Drei. Sehr cool! Björn (23. Januar 2020, 16:01)

Björn Woge Torben&Crew!!! Go, go, go!!! Denn mehr Speed durch höhere Geschwindigkeit:-), Jetzt seid ihr schon auf Drei. Sehr cool! Björn (23. Januar 2020, 16:01)