Atemlos durch die Nacht

Nachdem wir in den vergangenen 24 Stunden mehr Manöver gefahren haben, als in den letzten acht Tagen, haben wir uns nun auf dem neuen Bug eingelebt. So richtig entspannend war das aber auch noch nicht: In der vergangenen Nacht flaute der Wind etwas ab, der Schwell blieb jedoch unverändert. Dies führte zu einer sehr unruhigen Lage des Schiffes und forderte vom Rudergänger und Gennakertrimmer einiges ab. Die Bewegungen des Schiffes machten die Nachtruhe der Freiwache keineswegs einfach - man munkelt sogar, dass ein Crewmitglied aus der Koje gefallen ist. Zum Sonnenaufgang lichtete sich dieses unangenehme Szenario aber und wir konnten von A6 auf A2 wechseln und weiterhin Meilen in die Tiefe sammeln.

 

Das Highlight des Tages sollte unbestritten unser Bergfest sein. Zur Feier des Tages gab es ein Windhoek Lager - natürlich

gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516. Gestern Nacht überquerten wir den Längengrad, der die direkte Strecke von Kapstadt

nach Rio teilt: 11°30'W. Nun sind wir alle hochmotiviert, auch den zweiten Teil der Reise schnell und sicher hinter uns zu

bringen. Die Crew ist in guter Verfassung und bereits jetzt werden erste Menüs diskutiert, die nach Ankunft als erstes auf

den Teller kommen sollen. Nicht ganz unvermutet führt aktuell das Steak, gefolgt von Buletten und Bratwurst - in Brasilien

sicher nicht ganz einfach aufzutreiben.

 

Gestern nutzten wir die leichten Winde um mit der eigens angeschafften Drohne Luftaufnahmen aufzunehmen. Pilot David

bereitete sich vor und kurz darauf hob das Gerät ab. Nach problemlosen ersten Minuten, wurde unser Pilot plötzlich unruhig,

als das Fluggerät auf einmal achteraus flog und keine Anzeichen machte, wiederzukommen. David schaute seinem Schützling

hinterher und tat sein Bestes, die Kontrolle zurück zu erlangen. Schnell war die Drohne außer Sichtweite und die Crew hatte

sich bereits mental mit dem Verlust abgefunden. Doch urplötzlich - wie der Phönix aus der Asche - war am Horizont ein immer

größer werdender Punkt wahrzunehmen. Der Pilot hatte das Gerät wieder im Griff und mit einem gekonnten Griff fischte Arne es

aus der Luft. Wir trauten uns nicht, den Blutdruck des Piloten zu messen - in der Angst, die Skala des Gerätes zu sprengen.

Die entstandenen Videoaufnahmen würden wir euch gerne übermitteln - müssen dies aber noch ein paar Tage verschieben.

 

Viele Grüße von der Haspa

27°10'S 14°16'W

Setup: Groß + A2

TWA 155, TWS 12kt, BSP: 9.4kt

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