1905 wurde eine Regatta von New York nach Lizard Point (Südengland) ausgeschrieben. Eine Regatta, die eng mit der Geschichte dem Hamburgischen Verein Seefahrt und seiner Segelgruppe Störtebecker verknüpft ist. Gesegelt wurde zu dieser Zeit, als es weder Sicherheitsausrüstungen noch Funk und GPS gab, um einen von Kaiser Wilhelm II. gestifteten Goldpokal. Damals wurde die erste „Hamburg“ auf einer Strecke von etwa 3000 sm von der „Atlantic“, dem Dreimastschoner eines New Yorker Transportunternehmers, geschlagen. Die „Atlantic“ wurde von dem dreimaligen America´s Cup Sieger Charlie Barr nach 12 Tagen und 4 Stunden über die Ziellinie gesteuert.

In diesem Jahr wird wieder eine „Hamburg“- getreu dem Motto „usually we cross the Atlantic“ - an einer Regatta von den USA zum Lizard über den Nordatlantik teilnehmen - die Hamburg XIII des Hamburgischen Verein Seefahrt e.V., besser bekannt als „Norddeutsche Vermögen“, mit dem Skipper Eike Holst. Start wird in diesem Jahr ganz in der Nähe des herrschaftlichen Clubhauses des New York Yachtclubs vor Fort Adams sein.

Anders als 1905 verläuft inzwischen die Planung für solch ein Ereignis. Themen wie Transport der Yacht, Teilnahme an Seesicherheitstrainings oder Ausstattung der Crew mit Sicherheitsausrüstung stehen im Mittelpunkt. Die Planungen für diese Reise laufen seit Ende letzten Jahres. Eine junge Crew wurde aufgestellt, die gemeinsam der Herausforderung des Atlantiks entgegentreten möchte. Verschiedene Aufgaben wurden verteilt. In den nächsten Wochen wird die Crew mit den Wachführern Jan Boldt und Johan Schulz, sowie dem Navigator Max Wilckens an einem sog. ISAF-zertifizierten Seesicherheitstraining teilnehmen, Trekkingnahrung für die Regatta kritischen Geschmackstests unterziehen und beginnen sicherheitsrelevante Situationen und Manöver durchzuspielen. Außerdem werden sich die Crewmitglieder mit den Reparaturen von Segeln und Maßnahmen bei medizinischen Notfällen auf See auseinandersetzen, sowie weitere Sponsoren suchen.

Bevor die Norddeutsche Vermögen Hamburg dann Ende Mai auf große Überfahrt per Frachter in die USA aufbricht, müssen Ausrüstungsgegenstände für die Regatta an Bord verstaut und die Yacht für den Transport vorbereitet werden. In den Wochen vor dem Start wird die Crew in Newport dann gemeinsam mit weiteren Crews trainieren und sich auf das Rennen einstimmen.

Das, was diese Crew ganz offensichtlich auszeichnet, ist ihr Durchschnittsalter von 22,5 Jahren.. Die Meldung dieser jungen Crew war auch die Motivation für die Amerikaner die „Vanquish“ (STP65) mit einem Jugendteam der US. Merchant Marine Academy (USMMA) zu melden. Eine weitere Parallele zu 1905. Das scheint wieder ein spannendes Rennen zu werden. Denn auch sonst sind viele bekannte Namen in der Meldeliste zu finden. Neben „Scho-Ka-Kola“, „Varuna“, „Shakti“ und „Nordwind“ als deutsche Vertreter sind noch „PUMA“, „ICAP Leopard“, „Rambler 100“, „Snowlion“, „Zaraffa“ und „Chieftain“ zu nennen, und somit quasi das „Who-is-Who“ des Offshore-Segelns.

Anders als 1905 besteht in diesem Jahr wie auch schon 2003 und 2007 die Möglichkeit den Rennverlauf über das Internet zu verfolgen. In den nächsten Ausgaben werden wir die Vorbereitungen und das Rennen der jungen Crew um Eike Holst begleiten.

 

Katrin Hilbert

Weitere Informationen zur Regatta findet ihr auf der Veranstaltungswebseite.