Fastnet und mehr...

Vielleicht erwartet ihr einen Abschlussbericht vom Fastnetrace. Der kommt auch gleich, allerdings müssen wir vorher von einem etwas anderen und sehr lustigen Erlebnis berichten:

Nach leichten Veränderungen in der Crew für die Rücküberführung der Broader View nach Kiel sind wir gestern Richtung Osten aus Plymouth ausgelaufen. Dabei entstand die Idee, nach Salcombe, einem Fjord östlich von Plymouth, einen Abstecher zu machen. Im Reeds stand etwas von Rennen und man dürfe im Sommer dort im Hafen nicht segeln. Was das bedeuten sollte, hat sich uns wenig später erschlossen. Beim Einlaufen sahen wir helle Lichter, die wir erst für Lichter an Land hielten. Es stellt sich bald heraus, dass dies Fischerboote waren, die mit hoher Geschwindigkeit aus dem Fjord kamen. Kurz darauf funkte uns der Seenotkreuzer an, der ebenfalls Teil der Flotte war und Dank seiner guten Motorisierung vorne lag, und bat uns, wir mögen uns bitte frei halten, da die Fischerboote ein Rennen fahren. Dies waren unter anderem mit Flaggen geschmückt, teilweise waren die Besatzungen karnevalsmäßig verkleidet.

Die Rennstrecke führte die Fischerboote wieder in den Hafen, wobei sie uns überholten und wir uns unversehens einem Angriff von Wasserbomben ausgesetzt sahen. Quasi unvorbereitet und unbewaffnet konnten wir nur aufgefangene Bomben zurückwerfen. Wegen des englischen Sommers (Nieselregen mit in den Felswänden des Fjordes hängenden Wolken) waren wir kleidungsmäßig richtig eingestellt. Der Hafenmeister (im offenen Motorboot) erklärte uns, dass sich die Fischer noch eine wilde Schlacht mit Wasserbomben liefern würden. Am Ufer waren überall Passanten und es war (trotz des Wetters) eine großartige Stimmung. Wir waren durch Zufall vermutlich in das größte Spektakel des Jahres in Salcombe gekommen.

Und nun noch ein paar Worte zum Fastnet:

Nach einer kaum enden wollenden Kreuz zum Fastnetrock (61 Stunden), konnten wir diesen in den frühen Morgenstunden runden. Es gehört wohl einiges Glück dazu, ihn dabei auch sehen zu können und dann noch vom Vollmond scheinwerferhell beleuchtet. So zäh die Hintour war, so schnell der Rückweg. Nach nur 24 Stunden und einem schnellen Ritt unter Spi und Gennaker überquerten wir die Ziellinie in Plymouth.

Das rote Boot war am Felsen dicht vor uns. Die spannende Frage war, ob es der Crew gelingen würde, auf dem Reachgang, der bekanntlich eine Stärke der Haspa ist (und manch anderer „Glitschkiste“, die wir an uns vorbeiziehen lassen mussten), die Vergütung gegenüber uns herauszusegeln. Soviel sei dazu hier gesagt: Die Haspa ist vor uns durchs Ziel gegangen und hat unsere ausgestauten Taschen aus dem Mayflower Hafen mitgebracht. Dafür ein dreifaches Ahoi und Danke! So hatten dann alle wieder einen Schlafsack.

Es zeichnete sich ab, dass unsere Platzierung ganz ordentlich sein würde. Allerdings sind wir von später einlaufenden Booten noch etwas nach hinten verdrängt worden. Wir sind am Ende 24. von 60 Booten in unserer Klasse IRC 1 und 45. über alles geworden (von 312 Startern). Unsere Crew konnte 8 Fastnet-Teilnahmen von 2 Seglern aufweisen. Mit Spannung sind wir den Erzählungen über das Fastnetrace 1979 gefolgt. Jetzt gibt es 10 Segelgruppenmitglieder mehr, die an einem Fastnetrace teilgenommen haben.

Eine Frage werden wir noch recherchieren: Wie ist vor über 100 Jahren die Idee zu dieser Regatta entstanden? Nach dem oben beschriebenen Erlebnis können wir uns da durchaus etwas Verrücktes vorstellen…

Erik und Bene, David, Carlos, Fabi, Hendrik, Jakob, Katrina, Merret, Moritz, Ole, Rickmer, Vincent, Willi

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